Kultur, Brauchtum und Tradition im Lungau

Was ist eigentlich ein Brauch?

Erntedankfest im Lungau
Erntedankfest im Lungau

Als Brauch bezeichnet man eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft erwachsene Gewohnheit. Die menschliche Kultur hat ein reiches Brauchtum entwickelt, das sich im unterschiedlichen Bereich der Erfahrung und Entwicklung äußert.

Im Jahreskreis (Frühlingsbräuche, Sommerbräuche, Herbstbräuche und Winterbräuche) bietet dieser Vorrat eine bunte Vielzahl von Höhepunkten, im christlichen Zusammenhang von Advent, Weihnachten, Silvester über Dreikönigstag und Ostern bis zum Erntedankfest und Nikolaus. Deren festlicher oder ausgelassener Charakter ermöglicht für einen Moment, sich über den Alltag hinauszuheben.

Osterfeuer im Lungau

Schon in der vorchristlichen Zeit entzündete man zu Ehren der Göttin Ostara Feuer und huldigte ihr mit einem eigenen Lichtfest. Im Jahre 739 berichtete der hl. Bonfiaz über die Osterfeuer der Germanen, deren Brauchtum er mit großem Eifer - aber erfolglos - auszurotten versuchte. Von dieser Zeit an weihte die Kirche das Osterfeuer und gab ihm damit ein christliches Gepräge. Der Brauch der Osterfeuer blieb somit bis heute erhalten. Der Lungau ist für seine Osterfeuer bekannt. Meist werden diese Osterfeuer in Blockbauweise gezimmert und die ganze Dorfjugend hilft bei diesem Frühlingsbrauch zusammen um wieder ein besonders prächtiges Osterfeuer zu errichten.

Kasmandl

Nach Volksüberlieferungen ist das Kasmandl ein kleines Männlein mit eisgrauer Farbe und runzligem Gesicht. Zur Sommerzeit lebt es in den Bergen, wo es sich von Wurzeln und Kräutern ernährt. Im Herbst, wenn der Senner oder die Sennerin zu Martini (11.11.) endgültig von der Alm ins Tal zurückkehrt, kommt das Kasmandl zu den Almhütten sucht und sammelt was zurückgelassen wurde, von denen es sich den langen Winter hindurch ernährt. Am Vorabend zu Georgi (24.4.) wird das Kasmandl durch Lärm vertrieben. Erst dann betreten die SennerInnen und Bauersleute die Almhütte.

Bis heute entstand daraus der Brauch des Kasmandlgehens: Am Vorabend von Martini gehen Kinder verkleidet von Haus zu Haus. Sie sprechen Gedichte, singen Lieder von der Alm und verteilen als Dankeschön für Trinkgeld Lungauer Rahmkoch und Schnuraus (gebackene Mäuse).

Krampus und Nikolaus

Gestalten, erschreckende Fratzen und wildes Geläute. Die Ohren lauschen gespannt auf das schwere Dröhnen der Kuhglocken, die diese unheimlichen Gesellen auf den Rücken geschnallt haben. Und dann erspäht man sie schon: die Silhouetten der imposanten Gestalten. Die holzgeschnitzte Maske zeigt ein verzerrtes, böses Gesicht. Spitze Zähne, eine knorrige Nase und nach allen Seiten gedrehte Hörner vervollständigen den Schrecken. Durch die Maske und die Hörner überragt er alle um Haupteslänge. In ein zottiges Fell gehüllt und mit einer kräftigen Rute in der Hand, ähnelt der Krampus einem Furcht erregenden Unhold.

Palmbuschen

Die Palmbuschen aus Weiden - sowie Buchszweigen bei der Palmsonntagprozession erinnern an die Palmzweige beim Einzug Christi in Jerusalem. Die Palmbuschen werden meist vom Vater oder Großvater gebunden und mit bunten Krepp- oder Seidenpapierschleifen sowie Röschen behängt. nach der Weihe werden die Palmbuschen als Abwehr- und Fruchtbarkeitssymbol in den Garten bzw. auf das Feld getragen oder im Haus verwahrt und am Hl. Abend sowie Silvester als Weihkräuter verwendet.

Grawirlacheier zu Ostern

Das Bemalen der Eier zu Ostern begann im 12./13. Jahrhundert und bis zu Beginn des 1. Weltkrieges war das rote Osterei in Österreich die Regel. Bald danach tauchten Ostereier in verschiedensten Farben auf und werden bis heute geritzt, besprenkelt, beschrieben, beklebt und bemalt. Eine Besonderheit im Lungau ist das Färben von sogenannten "Grawirlacheiern". Dabei wird ein gekochtes Ei auf ein mit "Grawirlach" (zottiges, grünes Kerbelkraut), "Kasbleamen" (Krokus) und Zwiebelschalen belegtes Leinentuch gelegt, umwickelt, an beiden Enden zusammengebunden und für einige Minuten in die Eierfarbe gelegt. Auf den Eiern entstehen dadurch besonders schöne und einzigartige Muster. Die Ostereier stehen als Symbol für Fruchtbarkeit und Neubeginn.

Die Ratscherbuben

Meist sind es Schüler, die mit ihren, aus Holz selbstgebastelten, schnarrenden und knatternden Trommelratschen von Gründonnerstag bis Karfreitag durch die Lande ziehen, vor den Häusern, die Zeiten verkünden dabei singen: "Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruas (= Engelsgruß), den jeder Christgläubige betn muas. Foits niada auf enkane Knia, bets drei Vaterunser und a Ave Maria" (Übersetzung: Fällt nieder auf eure Knie, betet 3 Vaterunser und eine Ave Marie). Am letzten Tag singen sie: "Wir ratschen und ratschen zum letzten Mal z´samm, weil die Glocken sind wieder da aus Rom." Dann gehen sie in die Häuser und bitten um eine kleine Gabe - meist ein rotes Ei, Süßigkeiten oder etwas Geld.

Der Riese Samson in Mauterndorf
Die 8 Meter hohe Gestalt des Riesen Samson

Der Riese Samson

Es ist immer wieder ein faszinierendes Schauspiel, wenn die mächtigen bis zu 8 Meter hohen Gestalten durch die Orte getragen werden. Bis zu 85 Kilo ruhen dann auf den Schultern eines einzelnen Trägers, der damit sogar einen Walzer vor jedem Gasthaus tanzt. Beim Samson handelt es sich um eine alttestamentarische Figur mit übermenschlichen, in seinen langen Haaren liegenden Kräften. Er stellt symbolisch den Kampf der Juden gegen die Philister dar. Die Geliebte von Samson, die Philisterin Delilah, verriet ihn. Seines Haares beraubt, war auch seine Riesenkraft dahin. Im inneralpinen Raum gibt es zwölf dieser Umzugsriesen, zehn im Lungau und zwei in der Steiermark.

Der Maibaum

Maibäume haben eine komplizierte Geschichte. Der Brauch ist ja einigermaßen bizarr: Mitten im grünenden Frühling werden Bäume gefällt, entrindet, mühsam wieder aufgestellt, mit Kränzen behängt, umtanzt und beklettert, rituell gestohlen und aufgeregt bewacht. Bäume aufzustellen ist für viele Anlässe belegt: zu Weihnacht, zu Neujahr, zu Lichtmess, zu Pfingsten und eben auch im Mai. Der Maibaum-Brauch muss uralt sein. Maibäume sind schon im 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Man begegnet ihnen in fast ganz Europa, aber auch außerhalb. Die Symbolik ist vieldeutig: Vertreibung der bösen Geister, Lob und Rüge für die Mädchen im Dorfe und Ehrenbezeigung für die Honoratioren. Doch ihre wirkliche Geschichte ist eine politische Geschichte.

Die Prangstangen in Zederhaus und in Muhr

Die Prangstangen in Zederhaus und in Muhr sind bis zu acht Meter lange und bis zu 80 kg schwere Holzstangen, die mit Blumengirlanden umwickelt sind. Die wichtigsten Blüten dieser Girlanden sind die Margerite, der stengellose blaue Enzian, die Bergnelkenwurz, die Pfingstrose und der Frauenmantel. Der Name ist abgeleitet vom mittelhochdeutschen prangen - prunken, prahlen, zur Schau stellen und dieser Brauch geht auf ein Gelübte nach einer Heuschreckenplage zurück. Ursprünglich wurden nur Blumengeschmückte Hifler, 2,5 m lange Holzstangen zur Heutrocknung, bei der Prozession mitgetragen, die im Laufe der Jahrhunderte immer prächtiger, größer und damit auch schwerer wurden.

Der Almabtrieb

Der Almabtrieb ist das Dankfest der Bauern, Senner und Hirten, wenn das Vieh wieder gesund von der Alm zurück in den Stall kommt. Die einzelnen Abtriebe finden zu unterschiedlichen Zeiten statt, denn dies ist stark wetterabhängig. Im Lungau wird meist um den Landesfeiertag, den Rupertitag am 24. September aus der Alm gefahren, wie man auf lungauerisch den Almabtrieb bezeichnet.

Der Schmuck besteht aus Latschen, Fichtenästen und Alpenblumen, verziert mit bunten Bändern, Flitter und Spiegeln. 
Die Leitkuh bekommt zum Aufputzt zusätzlich noch die große Tuschglocke umgeschnallt und dort und da auch noch goldene Hörner aufgesteckt. Das Jungvieh bekommt als Schmuck meist eine Glocke um den Hals und ein Latschenkranzl mit einigen Almblumen. Die Kühe haben, je nach Rangordnung, verschieden klingende Glocken umgehängt.

Das Aufkranzen des Almviehs wird urkundlich erstmals in einem Pustertaler Inventar von 1746 erwähnt Das Schmücken der Tiere beim Almabtrieb dürfte jedoch auf wesentlich ältere Zeiten zurückgehen. Diese sollten mit ihrem Geläut die feindlichen Dämonen auf dem Abtriebsweg vertreiben. Den Almabtrieb von bekränzten Kühen von den Almen ins Tal hinunter wird von vielen Schaulustigen und Gästen gerne mitverfolgt. Bekränzt (geschmückt mit Blumengebinden etc.) werden die Tiere nur dann, wenn es in diesem Jahr kein Vieh zu Schaden kam (Krankheit etc.), und im Bauernhaus im Tal niemand diesjährig verstarb.

Aktuelle Veranstaltungen und weitere Infos unter: http://booking.lungau.at/lungau/de/event/list?customHeader=true

Ihre Events im Lungau - Mittelalterfest in Mauterndorf

Seit mehr als 10 Jahren feiert man im Lungau das Mittelalterfest. Eine Veranstaltung die wir im Feriendorf Lungau nicht versäumen sollten! Das Mittelalterfest in Mauterndorf findet in diesem Jahr am 09. und 10. Juli 2016 statt.

Mauterndorf im 13. Jahrhundert

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Maut- Burg in Mauterndorf diente einst als Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe. Heute ist sie die perfekte Kulisse für das jährlich stattfindende Mittelalterfest. Die Burganlage liegt auf einem Felsen im Nordwesten des Marktes Mauterndorf. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts war die Burg Zoll- und Mautstelle- und so entwickelte sich der Markt Mauterndorf im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Handelszentrum.

Zeitreise im Lungau Urlaub

Mittelalterfest im Lungau
Mittelalterfest in Mauterndorf

Wie einst sind auch heute beim jährlichen Mittelalterfest in Mauterndorf im Markt und auf der Burg Handwerker, Narren, Gaukler, Ritter und Knappen, Bader, Langbogenschützen, Bierbrauer und Schnapsbrenner, Knechte und Schmiede anzutreffen. Während des Mittelalterfests ist der Eintritt in die Burg Mauterndorf kostenlos. Das Mittelalterfest ist ein Fest für die ganze Familie und findet bei jeder Witterung statt.

Programm Mittelalterfest Mauterndorf

  • Großes Kinderprogramm
  • Mittelaltermarkt
  • Handwerksvorführungen
  • Theater und Gaukelei
  • Musik
  • Bogenturnier
  • Mittelalterliches Kulinarium
  • Feuershow

Besuchen Sie eines der beliebtesten Events im Lungau im Salzburger Land und machen Sie eine Zeitreise ins 13. Jahrhundert. Das Feriendorf Lungau freut sich auf Ihre unverbindliche Anfrage oder buchen Sie Ihren Urlaub online.

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